Eine Informationsplattform zu Studien und gesetzlichen Regelungen zum Kinder- und Jugendschutz im digitalen Raum und Social-Media in der Schweiz

Deepfake-Pornos: Wo das Schweizer Recht greift – und wo nicht

Deepfake-Pornografie sind manipulierte Videos oder Bilder, bei denen mithilfe von KI das Gesicht einer echten Person auf einen fremden Körper in pornografischen Szenen gesetzt wird. Die betroffenen Personen haben dem nie zugestimmt, weshalb es eine Form digitaler sexueller Gewalt ist. Solche Inhalte lassen sich leicht erstellen und verbreiten, sind aber schwer wieder aus dem Internet zu entfernen. Für die Opfer kann das erhebliche psychische, soziale und berufliche Folgen haben.

Problem

  • Zunehmende Verbreitung von Deepfake-Pornos, v. a. gegen Frauen und Mädchen Erstellung sehr einfach (KI + wenige Fotos aus Social Media)
  • Betroffene erleben schwere psychische und soziale Folgen (digitale sexuelle Gewalt) Inhalte sind schwer zu löschen, verbreiten sich schnell und dauerhaft im Netz
  • Grosser Anteil der Deepfakes ist pornografisch (≈ 90 %) Auch „normale“ Personen betroffen, nicht nur Prominente

Aktuelle Strafbestände (Schweiz)

  • Kein spezifischer Straftatbestand für Deepfake-Pornos → rechtliche Lücken
  • Anwendung bestehender Gesetze nur teilweise möglich, z. B.:

       a) Persönlichkeitsverletzung

       b) Ehrverletzungsdelikte

       c) evtl. Pornografie-/Sexualstrafrecht (je nach Fall)


  • Kinderpornografie klar strafbar, auch bei KI-generierten Inhalten
  • Strafverfolgung oft schwierig (Anonymität, Ausland, Beweisprobleme)
  • Recht hinkt technischer Entwicklung hinterher
  • Kinderpornografie klar strafbar, auch bei KI-generierten Inhalten
  • Strafverfolgung oft schwierig (Anonymität, Ausland, Beweisprobleme)
  • Recht hinkt technischer Entwicklung hinterher


Politische Debatte


  • Forderungen nach neuen Gesetzen bzw. spezifischen Regelungen für Deepfakes
  • Diskussion über besseren Schutz von Opfern, besonders Minderjährigen
  • Politische Vorstösse verlangen nationale Strategie gegen Deepfake-Missbrauch


Uneinigkeit


  • Reichen bestehende Gesetze?
  • Oder braucht es neue Straftatbestände?
  • Blick ins Ausland (z. B. neue Rechte am eigenen Bild/Körper) als mögliches Vorbild



Quellen

https://www.srf.ch/news/schweiz/schweizerinnen-betroffen-deepfake-pornos-wo-das-schweizer-recht-greift-und-wo-nicht

https://www.srf.ch/news/gesellschaft/sexuelle-onlinegewalt-betroffene-von-deepfakes-ich-habe-mir-das-nie-ausgesucht-1

https://www.tagesanzeiger.ch/deepfake-schweiz-recherche-enthuellt-missbrauch-netzwerk-987503240451