Eine Informationsplattform zu Studien und gesetzlichen Regelungen zum Kinder- und Jugendschutz im digitalen Raum und Social-Media in der Schweiz

Jim Studie

Kurzüberblick

Was ist die JIM-Studie?

Die JIM-Studie 2025 ist eine repräsentative 1.200 Jugendliche (12–19 Jahre) in Deutschland. Erhebungszeitraum 2.6.–12.7.2025.

Schwerpunkte

KI-Nutzung, Nachrichten/Information, problematische Online-Erfahrungen, Smartphone-Bildschirmzeit statt genereller „Online-Zeit“.

Medienausstattung und Nutzung

  • Haushalt: Nahezu alle mit Smartphone (98 %), Computer/Laptop (97 %), TV (96 %); Videostreaming-Abos 90 %, Musikstreaming 89 %.
  • Eigener Besitz: Smartphone 95 %, Tablet 63 % (steigend), je 46 % eigenes TV/Smart-TV bzw. Laptop/Stationärkonsole; Wearables 35 %.
  • Freizeit: Sport erstmals vor „Freund:innen treffen“ (69 % vs. 64 %). Mediennutzung stabil hoch: Internet 96 %, Musik 93 %, Videos online 83 %, Streaming ~70 %, digitale Spiele 71 % (Jungen: 83 %, Mädchen: 58 %).
  • Bildschirmzeit: Ø 231 Min./Tag am Smartphone (12–13 J.: 166 Min.; 18–19 J.: 278 Min.). 68 % verbringen „oft mehr Zeit am Handy als geplant“; 29 % sind morgens oft müde wegen nächtlicher Nutzung. Eltern-Regeln: 12–13 J.: 61 % erleben Einschränkungen.

Top-Apps und Plattformen

  • Wichtigste Apps (Nennungen): WhatsApp (84 %), Instagram (33 %), Snapchat (24 %), TikTok (23 %), YouTube (20 %), Spotify (12 %).
  • Regelmässige Nutzung: WhatsApp 96 %, Instagram 63 %, Snapchat 56 %, TikTok 53 %. Mehrmals-tägige Nutzung nimmt zu (v. a. WhatsApp, Instagram, Snapchat).
  • Funktionsbindung: „Flammen“ bei Snapchat täglich 39 % (↑), Insta-Reels täglich 36 %, YouTube Shorts täglich 24 %.

Bewegtbild

  • Regelmässig Sendungen/Serien/Filme: YouTube 67 %, Netflix 52 %, lineares TV 32 % (rückläufig), Prime Video 26 %, Disney+ 20 %.
  • Streamingdauer werktags: Ø 109 Min. (steigend mit Alter). YouTube: 46 % täglich, Nutzungsdauer 80 Min./Tag (Jungen 93, Mädchen 66).

Spielen (Jugendschutz-Relevanz)

  • Gaming regelmässig: 71 % (Jungen 83 %, Mädchen 58 %). Smartphone/Tablet-Gaming etabliert (58 % mind. mehrmals/Woche).
  • Tägliche Spieldauer: Ø 88 Min. (Jungen 114, Mädchen 59). Ausgaben: Ø ca. 7 €/Monat (Jungen ~9,40 €, Mädchen ~4 €).
  • Lieblingsspiele: 1) Minecraft, 2) Fortnite, 3) Roblox, 4) Block Blast, 5) Mario Kart/FIFA/Brawl Stars/Clash Royale (je ~8 %).

Information, Nachrichten und KI

  • Themeninteressen: „Krieg/Konflikte“ dominieren (55 %, ↑), danach Klima/Umwelt (20 %), US-Politik/Trump (19 %), Politik allg. (16 %).
  • Quellen (regelmässig): Familie (67 %), Freund:innen (55 %), TV/Radio-Nachrichten (51 %), Schule/Arbeit (46 %); Suchmaschinen 38 %, Social Media (Instagram/TikTok) ~30–40 % (bei Älteren relevanter), YouTube 33 %, News-Apps 17 %.
  • Recherche-Tools (regelmässig): Suchmaschinen 68 %, ChatGPT 39 %, YouTube 31 %, Websites 30 %, TikTok 26 %, Instagram 25 %, Wikipedia 20 %.
  • KI-Nutzung: 84 % haben ChatGPT verwendet; 50 % mind. mehrmals/Woche. Insgesamt 91 % nutzen mind. eine KI-Anwendung. Motive: Lernen/Hausaufgaben 74 %, Information 70 % (↑), „Wie geht etwas?“ 54 % (↑), Schule/Unterricht 52 %. 57 % halten KI-Informationen für vertrauenswürdig; 37 % äussern Sorgen zu KI.

Befragung zu Risikobereiche – Kinder- und Jugendschutz

Hinweis: Mit Angabe der Tendenz im Vergleich zur Studie von 2024.

Desinformation/Extremismus/Hass

  • Fake News: 67 % (↑).
  • Beleidigende Kommentare: 64 % (↑).
  • Extreme politische Ansichten: 59 % (↑).
  • Hate Speech (Hassbotschaften): 47 % (↑).
  • Verschwörungstheorien: 46 % (↑).
  • Ungewollt pornografische Inhalte: 28 % (↑).
  • Persönliche Beleidigungen: 11 % (stabil).
  • Schikane/Cybermobbing (Bekanntenkreis): 26 % innerhalb der letzten 2 Jahre (34 % „längerer Zeitraum“); selbst betroffen: 9 % (Mädchen 12 %, Jungen 7 %; 16–19 J. häufiger).
  • Sexuelle Belästigung im Internet: 29 % berichten Erfahrungen (Mädchen deutlich stärker betroffen). Plattformen bei Betroffenen: 1) Instagram (37 %), 2) TikTok (27 %, ↑), 3) Snapchat (18 %, ↑).
  • Nichts von dem: 17 % (↓) – keine der abgefragten negativen Erfahrungen.

JIM-Studie – Risikobereiche 2024 vs. 2025

Risikobereich

JIM-Studie 2024

JIM-Studie 2025

Veränderung 2024 → 2025

Fake News

61 %

67 %

+ 6 Prozentpunkte

Beleidigende Kommentare

57 %

64 %

+ 7 Prozentpunkte

Extreme politische Ansichten

54 %

59 %

+ 5 Prozentpunkte

Hate Speech (Hassbotschaften)

40 %

47 %

+ 7 Prozentpunkte

Verschwörungstheorien

43 %

46 %

+ 3 Prozentpunkte

Ungewollt pornografische Inhalte

25 %

28 %

+ 3 Prozentpunkte

Beleidigungen/Cybermobbing (Bekanntenkreis)

11 %

11 %

gleichbleibend

Sexuelle Belästigung im Internet

29 %

29 %

gleichbleibend

Nichts davon (keine der genannten Bereiche)

23 %

17 %

- 6 Prozentpunkte


Quelle

Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (mpfs): JIM-Studie 2025 – Jugend, Information, Medien. Basisuntersuchung zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger in Deutschland. Stuttgart, November 2025. Herausgeber: LFK – Die Medienanstalt für Baden-Württemberg; Medienanstalt Rheinland-Pfalz; SWR.

PDF-Download: JIM-Studie_2025.pdf